Geschichte des
Cruisens |
Geschichte des
Hamburger Stadtparks |
Klappen und
Parks waren geheime Treffpunkte von Schwulen zur Zeit als Homosexualität
unter Strafe stand und verfolgt wurde.
Die
Schwulen-Bewegung der siebziger Jahre hat das Verfolgungs-Kennzeichen
der Nazis - den Rosa Winkel - selbstbewußt auf den Kopf gestellt und als
forsches Symbol umbesetzt. Für die Generationen von Schwulen, die ihr
Coming-Out nach der Zeit der Strafverfolgung hatten, wandelte sich auch
die Nutzungs-Möglichkeit dieser stigmatisierten Treffpunkte. Klappen und
Parks hatten noch den Ruch des solidarischen "Untergrund"-Gefühls einer
Sub-Kultur.
Werner ist ein netter attraktiver Lederkerl so Anfang 50. Ich habe ihn
vor einigen Jahren im Park kennengelernt. Seitdem setzen wir uns immer
mal wieder auf ne Parkbank und halten Klönschnack. Neulich war ich sehr
erschrocken als er erschrocken aufsprang und aufgebracht fluchte:
"Scheiße! Die Bullen!". Ich fragte ihn, was er denn nun wohl
befürchtete, denn die Polizei fährt doch immer mal wieder Streife hier
um nach dem rechten zu sehen. Und das ist ja wohl auch ganz gut so.
Okay, also schlenderte ich mit ihm zügig den Weg von dannen. Ich wollte
verstehen, was ihn denn nun so verunsicherte. Da erzählte er mir seine
Erfahrungen "von früher" und daß sie ihn damals wohl auch mal
mitgenommen hatten. "Mir ist total klar, daß die mir heute nix mehr
können." sagte er "Aber es steckt so tief drinnen, daß ich hier auch
heute keine persönliche Begegnung haben möchte. Man weiß ja nie, ob man
dann nicht doch mal in irgendeiner Liste wieder auftaucht." |
Oberbaudirektor Fritz Schumacher übergab 1914 den Hamburgern den Stadtpark
und
eröffnete damit eines der größten und schönsten Parkgelände
innerhalb einer Metropole.
1928:

Mai 2002:

Januar 2003:

Im Jahre 2001 gründete sich der
"Stadtpark
Verein Hamburg e.V." und bemüht sich um die Wiederbelebung des
Geländes als kulturelle Einrichtung.
Geplant ist beispielsweise, Skulpturen zu restaurieren, neue Kunstwerke
anzuschaffen und durch gezielte Gartenbaumaßnahmen ein Stück des
ursprünglichen Parks wieder herzustellen. Informationsveranstaltungen
sollen einzelne Aspekte des Parks bekannter machen und so neue
Nutzergruppen für die Anlage gewinnen.
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Die
schwule Cruising-Area verkommt immer mehr. Die "Verstecke" sehen aus wie
Müllhalden. Rodungsmaßnahmen und lückenhafte Neu-Bepflanzung sollen sich
angeblich im Rahmen der forstwirtschaftlichen Pflege belaufen und keine
gewollte "Lichtungs"-Aktion darstellen.
So weit, so gut ... ABER, was sich da im letzten Herbst und über den lauen
Winter getan hat, ist zwangsläufig EINDEUTIG. Die "Verstecke" im
Blindengarten wurden gnadenlos freigelegt. Nun wissen wir es genau, es
soll eine Vertreibung aus den Bereichen bedeuten. Kein Wunder, in den
letzten Jahren waren da einige Männer auch etwas allzu frech. Selbst in
den Nischen der alten Trinkhalle wurden für andere Nutzer und Besucher des
Parks zweifelsohne unangenehme Spuren hinterlassen. Wenn ich mal zufällig
am Nachmittag im Park war, hab ich mich auch gelegentlich gefragt, wie
schamlos und offensichtlich am helllichten Tag so einige Typen am
rumcruisen waren. MÄNNER! Behaltet soviel Verstand eingeschaltet, das Ihr
Euch dort zumindest soweit diskret verhaltet um keinen Anstoß zu
provozieren. Gewisse "Spuren" können leicht mit einem Taschentuch
aufgenommen werden und im nächsten Papierkorb entsorgt werden, dann wird
kaum jemand etwas mitbekommen, von dem was Ihr da so treibt, und folglich
wird sich dann auch niemand gestört fühlen und es werden keine schlafenden
Hunde geweckt. - Vor ein paar Jahren waren "unsere" Bereiche noch sehr
zugewachsen und nicht von den Wegen einzusehen. Egal welche Gedanken man
sich darüber macht, welche Motivation hinter den Rodungsmaßnahmen stecken,
zu einer Ausrottung unserer Begegnungsstätten wird es kaum reichen, dafür
sind wir zu viele und zu unterschiedlich sozialisiert. Sollten allen
Ernstes dummerhafte Betonköpfe in den Behörden sich etwas von diesen
Aktionen versprechen, müßten sie sich spätestens im kommenden Sommer fragen, ob letztendlich nicht SIE es sind, die ein Ärgernis erst durch
gezieltes Hingucken entstehen lassen.
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